Die Angelfischer

Hochsee-Angelkutter.

Das"Revier" der Sport-Angelfischer.

1965 entdeckte der Reeder Freter den Touristikzweig "Hochseeangeln". Für die vielen Angelfreunde Deutschlands reichten einerseits die befischbaren Binnengewässer nicht mehr aus, andererseits hatte das Angeln auf hoher See einen besonderen Reiz, der verstärkt wurde durch die Möglichkeit, auf See in den Genuß billiger Transitwaren zu kommen. In Anglervereinen im Binnenland warb er für seine Hochseeangelfahrten, und bald hatte er ein Dutzend großer Angelkutter laufen. Auch Heiligenhafener Fischer stiegen auf dieses Gewerbe um, das einträglicher war als das durch Fischschwund und Fangquoten gebremste Fischereigewerbe.

Das Hochseeangeln ist heute ein wichtiger Zweig des Fremdenverkehrs, besonders dadurch, daß die Hauptangelzeit in den Monaten Februar / April liegt. Angelvereine aus der gesamten Bundesrepublik mieten Angelkutter und organisieren Fahrt und Unterkunft. Mannschaften bis zu 50 Personen kann ein Kutter aufnehmen. Einige Unternehmen bieten auch Langfahrten von mehreren Tagen an. Zur Zeit sind etwa zehn Kutter im Einsatz. Die Angelfahrt dauert etwa acht Stunden, zweieinhalb Stunden Fahrt zum Angelgrund, drei bis vier Stunden Angeln und zweieinhalb Stunden Rückreise. Die aufgesuchten Fanggebiete liegen im Umkreis von etwa 50 Kilometern um Heiligenhafen (siehe Abb.). Das Wetter spielt bei der Auswahl der Fanggründe eine wichtige Rolle.

Geangelt werden hauptsächlich Dorsche, aber auch Plattfische und Heringe. Die Fische halten sich meistens dicht über dem Grund auf. An der über Bord geworfenen Angel befinden sich in Abständen ein bis fünf Haken mit einer Pilke, einer metallenen Fischattrappe von 100 bis 120 Gramm Gewicht (siehe Abb.). Die Preise für eine solche Fahrt bewegen sich zur Zeit zwischen 15 und 20 D-Mark

1.) Makrele

2.) Seezunge

3.) Goldbutt

4.) Dorsch

Köderfische aus Metall, die Pilke. Fischlänge ca. 11cm,

Gewicht 100 bis 120 Gramm.