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Der Alte Salzspeicher im 17. Jahrhundert erbaut, lag ursprünglich direkt am Hafen siehe Kartenausschitt |
Der Ausschnitt einer Karte von 1784 zeigt den Hafen ohne Schutzmolen. Der eigentliche Hafen war zu dieser Zeit in Ortmühle. Wegen des zu flachen Fahrwassers mußte die Fracht von Bötern in den Stadthafen gefahren werden. Die Felder zeigen die sehr schmalen Ackerstücke der Bauern von nur 15 bis 20 m Breite. |
Das Hauptausfuhrgut war hier stets das Getreide. Andere Erzeugnisse, wie Butter, Bier und keramische Erzeugnisse, waren in der Minderheit. Man muß dazu erwähnen, daß Mitte des vorigen Jahrhunderts beispielsweise 11 Schneider, 22 Schuster, 15 Weber, 12 Töpfer in der Stadt ihr Handwerk betrieben und in 5 Brauereien Bier erzeugt wurde. Der Warentransport über See war bei den damaligen schlechten Straßenverhältnissen meistens günstiger.
Über die Zahl der in schleswig-holsteinischen Häfen beheimateten Schiffe liegen uns aus dem Jahre 1590 Zahlen vor. Danach waren in Heiligenhafen 18 Schiffe registriert, in Neustadt i. H. 19, in Kiel 20 und in Wilster 26.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte der Hafen seine Blütezeit. Der industrielle und wirtschaftliche Aufschwung machte sich auch hier bemerkbar. Große Segelschiffe liefen von der Werft vom Stapel.
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Schiffe wie dieses, 25 m lang, bewältigten den Güternahverkehr in der Ostsee. Die" Gloria Dei", Capt. W H. Jaeger 1864, nach einem Kapitänsbild Der größeren Schiffstypen wegen mußte die Fahrrinne in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nachgebaggert werden. Wohlhabende Reeder ließen ihre Schiffe auf Überseerouten laufen. |
Der Hafen kurz nach der Jahrhundertwende. |
Als die Dampfschiffahrt einsetzte, blieben sie am Ball. Der erste Dampfer, der das Gelbe Meer befuhr, war ein Heiligenhafener Schiff. Die Reederei Maßmann hatte in den Achtziger Jahren drei Dampfschiffe in den ostasiatischen Gewässern fahren. Der Seemann Heinrich Plambeck nahm als Navigationsoffizier am Chinesisch-Japanischen Krieg teil, gründete später auf dem Festland mit einem Engländer eine Firma und ging dann als Schiffshändler und Großkaufmann nach der deutschen Kolonie Tsingtau. Abenteuerlich war auch der Lebensweg des Marinesoldaten Max Bunge, der als solcher nach Tsingtau kam. Er suchte und bekam auch Kontakt mit Land und Leuten. Nach seiner 12jährigen Dienstzeit wurde er an der Deutsch-Chinesischen Hochschule lehrend tätig und gab einen deutsch-chinesischen Sprachführer heraus. In den zwanziger Jahren vertrat er die IG Farben in China. Später wurde er in Heiligenhafen Bürgermeister.
Auffällig im Stadtbild des vorigen Jahrhunderts waren die vielen Windmühlen, sieben an der Zahl. Es war günstiger, das Getreide im gemahlenen Zustand zu verschiffen. Doch mit der großen Dampfmühle am Hafen hatte man kein Glück. Sie führte zu einem Verlustgeschäft. Heute ist der große Speicher ein Wohnhaus. Viele Arbeitsplätze brachte die Eisengießerei des Reeders Kock. Sie brannte 1913 ab und wurde nicht wieder in Betrieb genommen.
Als die Stadt 1898 den freudig begrüßten Eisenbahnanschluß erhielt, war die Hafenhochkonjunktur zu Ende. Der Umschlag ging stetig zurück. Waren 1865 noch 56 Schiffe in Heiligenhafen beheimatet, so ging die Zahl auf nur drei im Jahre 1907 zurück. Der Hafen veränderte in der Folgezeit sein Aussehen kaum, und das blieb so bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Zwar waren noch vor dem Kriege Pläne für eine Modernisierung ausgearbeitet worden, doch die Verwirklichung wurde durch den Krieg verhindert.
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Der Hafen in den dreißiger Jahren. |
Der Hafen heute. Kornfrachter und Touristikschiffe bestimmen das Bild. |
Erst nach dem Kriege, im Jahre 1954, wurde der Umbau in Angriff'genommen. Die Kaianlagen wurden verbessert und die Wassertiefe auf 4,50 m gebracht. Eine entscheidende Umgestaltung erfuhr der Hafen 1982 bis 1983. Eine Wendemöglichkeit mit 100 m Radius für größere Schiffe wurde geschaffen und die Fahrrinne begradigt. Der Umschlag wuchs, aber auch die anlaufenden Schiffstypen wurden größer. So manches Schiff konnte nicht mehr voll beladen werden. 1986 stellte die Stadt den Antrag auf erneute Vertiefung des Fahr- und Hafenwassers auf 5 Meter. Doch jetzt gab es Widerstand von allen Seiten. Die Naturschützer, die Kieler Staatskanzlei, das Wirtschaftsministerium und der Kreis Ostholstein hatten Einwände dagegen. 70 000 Kubikmeter Boden sollten erneut herausgebaggert werden. Vier Jahre kämpfte die Stadt um das Projekt. Im März 1991 waren die Arbeiten endlich abgeschlossen. Damit hatte Heiligenhafen Anschluß an den zukünftigen Ostseeverkehr, verkündete man bei der Abnahme.
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Das Polizeiboot ,,Fehmarn" und seine kleine Schwester, die ,,Warder" |
Polizeiboot "Warder" |
Sperrboote. Ihre Aufgabe ist, das Schießgebiet des Truppenübungsplatzes Putlos zu sichern. |
Neu im Kommunalhafen ist auch die Präsenz der Wasserschutzpolizei, die nach dem Kriege zunächst in einer Behelfsunterkunft, einst von internierten Wehrmachtssoldaten auf der Nordmole gebaut, ihren Dienstbetrieb aufnahm. Sie ist heute unentbehrlich, denn Umweltverschmutzung zur See, tollkühne Surfer und nicht zuletzt das Heer der segelnden Freizeitkapitäne bringen genug Probleme mit sich, die polizeiliche Hilfe und Eingreifen notwendig machen.
Der Hafen in seiner
letzten Phase: