Die Seetouristik

Die eigentlichen Begründer dieses Fremdenverkehrszweiges in Heiligenhafen sind der Lotse Schmütsch und der Kapitän Plambeck. Sie betrieben vor dem 2. Weltkrieg, nachdem sie sich von der aktiven Seefahrt zurückgezogen hatten, zwei kleine Restaurants, das Cafe"Seestern" und"Käppen Plambeck". Außerdem machten sie noch Ausflugsfahrten nach Fehmarn, Schmütsch mit einem offenen Motorboot, Plambeck mit einem Kutter und häufig mit vollen Segeln. 63 Personen durfte er innerhalb der Dreimeilenzone befördern, 38 - wenn er nach Dänemark fuhr.

Nach dem Kriege tat sich auf diesem Gebiet zunächst nichts, bis Willy Freter eine Bedarfslücke entdeckte. Er hatte beim Bau der Fehmarnsundbrücke Boote an die Baufirmen vermietet und war dadurch über die Bauvorgänge gut informiert. Mit einem ehemaligen Flugsicherungsboot fuhr er 1960 Badegäste um die wachsenden Brückenpfeiler und erklärte den Brückenbau. Als die Arbeiten sich dem Ende näherten, blieb er im Geschäft, indem er Gäste um die Insel Fehmarn fuhr und 1962 mit einem 2. Boot auch nach Rödbyhavn. 1986 kaufte er einen alten norwegischen Postdampfer und begann mit der ersten "Butterfahrt" nach Rödbyhavn. Der Verkauf von Transitwaren an Bord war für die Reederei und die Fahrgäste von Vorteil. Die Fahrten wurden immer beliebter, und die Reederei vergrößerte ständig ihren Schiffspark. Freter verfügte zeitweilig über die größte Touristikflotte der westlichen Ostsee. Doch 1980 kam die Reederei in finanzielle Schwierigkeiten und mußte ihren Betrieb einstellen. Andere Reedereien übernahmen die Branche.